Ein Wille kann Berge versetzen – Interview mit Thomas Wick

 

Thomas Wick ist professioneller Skilangläufer und Leistungsträger im deutschen Wintersportteam. Aufgewachsen in Thüringen, begeisterte er sich schon mit 3 Jahren für den Wintersport, insbesondere den Skilanglauf. Aufgrund seiner Affinität zum Radsport und zu TRUÉ cycling war er beim Design- und Konzeptionsprozess unserer neuen PRESTIGE Kollektion maßgeblich involviert und hat uns wertvollen Input aus Sicht eines Hochleistungssportlers geliefert. Aus diesem Grund haben wir ihn zu einem Interview bei uns eingeladen. Herausgekommen sind spannende Einsichten in das Leben eines professionellen Wintersportlers.

 

 

Steckbrief:

Name:  Thomas Wick

Sportart(en): Skilanglauf

Jahrgang: 1991

Heimat: Thüringen (Zella Mehlis)

Wohnort: Ruhpolding

 

TRUÉ cycling: Wie hast du mit dem Skilanglauf angefangen und warum?

Thomas Wick: Seit meinem 3. Lebensjahr stehe ich mit Spaß, Begeisterung und Ehrgeiz auf Langlaufskiern und betreibe seit mittlererweile 13 Jahren regelmäßig Wintersport. Mein Weg zum Skilanglauf fand ich durch meine Mutter Susann Kuhfittig-Wick, einstige Teilnehmerin an den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary und an den Weltmeisterschaften 1989 in Lahti, als auch durch meinen Vater Holger Wick, ebenfalls Olympiateilnehmer 1984 in Sarajevo. Mein Bruder Robert Wick, ehemaliges Mitglied der Biathlon Nationalmannschaft, lebte mir lange Zeit den Profi- Sport vor und begeisterte mich umso mehr für den Wintersport.

 

TRUÉ cycling: Was macht den besonderen Reiz vom Skilanglauf aus?

Thomas Wick: Skilanglauf verlangt es auf verschiedensten Wegen Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit zu schulen. Man ist in der Wahl der Trainingsmittel und Trainingsmethoden frei – der Erfolg gibt einem am Ende recht.  Außerdem hat man die Chance viel in der Natur zu sein. Dafür bin ich sehr dankbar!

Das Beste ist jedoch der Wettkampf! Rennen zu laufen bedeutet Schmerzen zu ertragen und genau aus diesem Grund mache ich es, um die physischen und psychischen Grenzen auszuloten. Diese Erfahrungen macht man einfach nicht während man im Sessel vor dem Fernseher sitzt.

Das Beste ist jedoch der Wettkampf! Rennen zu laufen bedeutet Schmerzen zu ertragen und genau aus diesem Grund mache ich es, um die physischen und psychischen Grenzen auszuloten.

TRUÉ cycling: Wie trainierst du für den Wettkampf? Hast du ein paar Tipps für das Training?

Thomas Wick: Das Wichtigste ist einen Wettkampf als Hauptwettkampf zu fixieren und daraufhin das Jahr clever zu planen und zu strukturieren. Belastung und Erholung müssen in einem guten Verhältnis stehen und es ist wichtig nach Schwerpunkttrainingsphasen eine Standortbestimmung in gewissen Abständen  durchzuführen. Danach kann man die kommende Phase detaillierter an Schwachstellen arbeiten und Stärken ausbauen.

Am besten komme ich mit dem 3:1 Rhythmus hin – soll heißen 3 Wochen Belastung – 1 reduzierte Woche in der auf einem niedrigeren Level in Bezug auf Umfang und Intensität trainiert wird.

Nutze jedes Training optimal. Setze Dir einen, maximal zwei Schwerpunkte!

TRUÉ cycling: Wie ernährst du dich? Tipps?

Thomas Wick: Eine ausgewogene und jahreszeitliche Ernährung ist für mich das A&O. Ich versuche so viel wie möglich Energie, Vitamine, etc. über natürliche Wege zu erlangen. Im Herbst und Winter sind die Belastungen extrem hoch und Reise-, sowie Wettkampfstress zehren extrem. Aus diesem Grund greife ich da auch auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Dies basiert dennoch auf einer guten Ernähung!

TRUÉ cycling: Wie trainierst du im Sommer?

Thomas Wick: Ich liebe es im Sommer auf so vielfältige Weisen trainieren zu können. Zu Fuß, Per Skiroller, Per Inliner, auf dem Fahrrad, zu schwimmen, im Wasser, in der Skihalle (nicht ausschließlich aber es ist eine gelungene Abwechslung) auf der Tartanbahn, im Tal um den See oder aber über schmalste Pfade über Berge von Gipfel zu Gipfel. Der Vielfältigkeit sind keine Grenzen geboten und das ist herrlich! Da kommt selten Langeweile auf! Das sind die schönsten Monate… zu Hause oder auf Trainingscamps, keine große Anspannung, man kommt in einen Flow und genießt es bei langen Ausdauereinheiten z.Bsp. auf dem Fahrrad oder Inliner, die schönen Naturerlebnisse in sich aufzusaugen, mit Freunden unterwegs zu sein und Geschichten auszutauschen oder auch mal befreundete Sportler zu besuchen und mit Ihnen gemeinsam zu trainieren.

 

TRUÉ cycling: Welchen großen Traum / Ziel hast du dir bisher erfüllt?

Thomas Wick: Ich habe glaube als 7-jähriger (1998) das erste Mal davon geträumt mit meinem älteren Bruder gemeinsam einen Teamsprint oder eine Staffel zu laufen. In diesem Jahr (2018) ist dies bei der Deutschen Meisterschaft in Reit im Winkl Wirklichkeit geworden. Er ist und war immer mein Vorbild. Ihm habe ich nachgeeifert. Seine Erfolge wollte auch ich feiern. Und nun konnte ich mit meinem Idol gemeinsam eine Staffel bestreiten. Ein unbeschreibliches Gefühl. Mittlererweile bin ich zwar einige Jahre älter, aber zu meinem großen Bruder werde ich immer stolz aufschauen!

 

TRUÉ cycling: Welchen Traum/ Ziel möchtest du dir noch erfüllen?

Thomas Wick: Ich möchte unbedingt an Weltmeisterschaften teilnehmen und einen Platz in der deutsche Staffel innehaben. Außerdem möchte ich in meiner Karriere einen 50km Wettkampf im Einzelstart absolvieren.

Nutze jedes Training optimal. Setze Dir einen, maximal zwei Schwerpunkte!

TRUÉ cycling: Was planst du nach deiner Sportlerkarriere? 

Thomas Wick: Ich bin sehr kreativ und ich habe verschiedene Vorstellungen.
Definitiv ist aber noch nichts!

TRUÉ cycling: Was war dein größter Erfolg? 

Thomas Wick: Mein größter Erfolg war mit Sicherheit die U23 WM 2014 in Val di Fiemme. Nach zwei katastrophalen Jahren hatte ich zu mir und meinen Stärken zurückgefunden und konnte einen guten 7. Platz erkämpfen!

TRUÉ cycling: Was war deine bitterste Niederlage/schwerste Krise?

Thomas Wick: In der Saison 2012/13 hatte ich mich zum 2. Mal in Folge nicht für den Jahreshöhepunkt, die U23 Weltmeisterschaft, qualifiziert. Ich war unzufrieden mit mir, meinen Leistungen, meinem Umfeld und hatte den Spaß und die Faszination für meinen Sport verloren. So fehlte auch die Motivation und Konsequenz den harten Trainingsalltag zu meistern.  Aus genannten Gründen habe ich mich im Frühjahr 2013 dazu entschieden neue Wege zu gehen, um neue Reize zu setzen und so mein sportliches Potential vollkommen ausschöpfen zu können. Seit dem 01. Mai 2013 trainiere ich am Olympiastützpunkt Ruhpolding unter der Leitung von Bernd Raupach. Täglich kann ich mich mit weiteren Nationalmannschaftathleten messen und meinen Körper fordern. Voller Kraft, Freude und Zuversicht. Das wiedererwachte Feuer für den Skilanglauf lodert seitdem wieder lichterloh!

TRUÉ cycling: Was hast Du aus dem Leistungssport fürs Leben gelernt?

Thomas Wick: Der Leistungssport bringt mir teils mit wahnsinnigen schönen Momenten und teils auch auf schmerzliche Art und Weise bei, wie das Leben spielt. Aber vor allem hat mir der Sport gezeigt, dass man aus Niederlagen gestärkt hervorgehen kann, wenn man die richtigen Schlüsse zieht. Zudem weiß ich auf welche Menschen ich setzen kann und deren Hilfe ich immer in Anspruch nehmen kann. Dafür bin ich unglaublich dankbar!

TRUÉ cycling: Welcher ist dein Lieblingsspot zum Skilanglauf?

Thomas Wick: Davos (SUI) im Winter und die Seiser Alm (ITA). Letzterer Ort vor allem im Sommer.

Was ist dein allgemeiner persönlicher Lieblingsort?

Thomas Wick: Ich genieße es am Meer zu entspannen und Kraft zu tanken!

Der Sport entwickelt viele Charaktereigenschaften, wie Willen, Geduld, Einsatzbereitschaft, Selbständigkeit ebenso wie Teamfähigkeit.

TRUÉ cycling: Noch ein paar „Entweder-oder Fragen“ zum Schluss:

Stadt oder Land? Land

Winter oder Sommer? Ich verstehe die Frage nicht! 😉 – Winter!!

Abenteuerurlaub oder Strandurlaub? Strandurlaub

Kaffee oder Tee? Kaffee

Laufen oder Fahrradfahren? Laufen

Morgenmensch oder Nachtaktiv? Nachtaktiv

Danke für das tolle Interview!

Falls du noch mehr über Thomas Wick wissen möchtest, folge ihm doch einfach auf seinen Social Media Kanälen!

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